Geschichte der Silfra-Spalte
Silfra liegt im Nationalpark Thingvellir, jener historischen Stätte, an der im Jahr 930 n. Chr. das isländische Nationalparlament, das Alþingi, gegründet wurde. Fast 800 Jahre lang versammelten sich hier jeden Sommer Stammesführer, um Gesetze zu beraten, Streitigkeiten beizulegen und die Nation zu gestalten.
Die Spalte, wie wir sie heute kennen, entstand, nachdem eine Reihe heftiger Erdbeben im Jahr 1789 bereits vorhandene Risse im Lavafeld vergrößert hatte. Diese seismischen Ereignisse rissen tiefe Spalten zwischen den tektonischen Platten auf, wodurch Gletscherschmelzwasser den neu entstandenen Canyon füllen konnte.
Erst gegen Ende des 20. Jahrhunderts begannen Taucher, die Spalte zu erkunden, angelockt durch Berichte über eine außergewöhnliche Wasserklarheit. Die Nachricht verbreitete sich schnell in der Tauchergemeinschaft, und Silfra erlangte internationale Bekanntheit als einer der wenigen Orte, an denen man in Süßwasser zwischen zwei Kontinenten schweben kann, wobei die Sichtweite oft mehr als 100 Meter beträgt.
Heute steht Silfra als Teil des Thingvellir-Nationalparks unter Naturschutz; dieser ist als UNESCO-Weltkulturerbe anerkannt, sowohl wegen seiner geologischen Bedeutung als auch wegen seiner Rolle in der isländischen Geschichte.